Hintergrundbild

Sanitätsdienst auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang

6. Dezember 2011 von Florian Steinbichl

Vom 25.11.2011 bis zum 04.12.2011 ereignete sich in Bad Hindelang zum zehnten Mal der Weihnachtmarkt mit Weihnachtszug, welcher an jedem Freitag, Samstag und Sonntag stattfand. Zu dem Weihnachtszug wurden täglich bis zu 10.000 Besucher erwartet. Die Bereitschaft Sonthofen wurde beauftragt, sich während des Weihnachtszuges um die medizinische Versorgung zu kümmern.

 

Planung

Während im Alltag die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch den normalen Rettungsdienst gewährleistet wird, mussten durch die zu erwartende Besucheranzahl während des Weihnachtsmarktes in Bad Hindelang zusätzliche Rettungsmittel und Sanitäter vorgehalten, sowie ein Einsatzplan erstellt werden, der z.B. das Vorgehen bei einem MANV (Massenanfall von Verletzten) regelt.
Durch die Erfahrungswerte aus den letzten Jahren und den diesjährigen Reisebus-Voranmeldungen konnte die zu erwartende Besucherzahl relativ genau geschätzt und somit mit Hilfe des sogenannten Maurer-Algorithmus die benötigten Rettungsmittel und Hilfskräfte berechnet werden. Insgesamt wurden ein RTW (Rettungswagen), zwei KTWs (Krankentransportwagen), mehrere Fußstreifen, ein Notarzt sowie eine sanitätsdienstliche Leitung vor Ort benötigt.

Die Herausforderung bei der Planung bestand darin, dass der Ort des Geschehens (v.a. die Marktstraße in Bad Hindelang) nicht für Fahrzeuge befahrbar war, da über 120 Stände in der Straße aufgebaut waren. Des Weiteren war bei der Menge an Besuchern während des Weihnachtszuges eine Fortbewegung für Einsatzkräfte nur schwer möglich. Um trotzdem einen schnelle Versorgung im Schadensfall zu ermöglichen, wurden entlang der Umzugsstrecke mehrere Fußstreifen an fest zugewiesenen Stellen postiert. Die Fahrzeuge konnten über Gassen und Seitenstraßen so weit anfahren, dass diese maximal 100 Meter von der jeweiligen Einsatzstelle entfernt waren. Diese Distanz konnte dann mit der Trage oder einem fahrbaren Stuhl überwunden werden.
Neben der Ausarbeitung der Pläne für die Stationierung der Einsatzkräfte und des Einsatzplanes wurden auch mehrere Begehungen der Örtlichkeit vorgenommen, sowie ein Funktest gemacht. So wurde sichergestellt, dass es keine Funkprobleme während des Einsatzes gab.

 

 

Durchführung

Um einen guten Überblick über die Veranstaltung zu haben wurde das Fahrzeug der sanitätsdienstlichen Leitung vor Ort (RK OA 41/12/1), welches in Großschadensfällen als UG SanEL (Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung) fungieren kann, direkt unterhalb der Kirche stationiert. Neben der Aufgabe der Koordination aller Einsatzkräfte wurde das Fahrzeug genutzt um ein Relais für den 2-Meter Funk aufzuschalten, damit im Einsatzbereich eine einwandfreie Kommunikation möglich war. Der RTW (RK OA 43/71/1), welcher durch die Bereitschaft Immenstadt zur Verfügung gestellt wurde, stand auch in der Nähe der Kirche und konnte so den nordwestlichen bis westlichen Bereich des Einsatzgebietes absichern. Der KTW RK OA 46/72/1 sowie der Bund-KTW RK OA 46/73/1 der Bereitschaft Sonthofen wurden im östlichen Bereich des Weihnachtsmarktes positioniert. Im Bedarfsfall konnten die Fahrzeuge so schnell südlich oder nördlich des Weihnachtsmarktes positioniert werden. Der Notarzt wurde bei Bedarf zu den einzelnen Einsätzen hinzugezogen.

 

 

Einsätze und Statistik


Während des Weihnachtsmarktes gab es elf größere Einsätze für unsere Sanitäter. Drei Mal musste auch der Notarzt hinzugezogen werden. So gab es z.B. neben einem epileptischen Anfall auch mehrere Kreislaufzusammenbrüche, eine kleinere Verbrennung, eine Kopfverletzungen nach Sturz über eine Steinmauer, einen Verdacht auf Morbus Menière sowie einen Verdacht auf Bänderriss, welcher medizinisch versorgt werden musste. Insgesamt wurden während des Weihnachtszuges vier Personen ins Krankenhaus transportiert um dort weitere medizinische Versorgung zu erhalten. Auch wurden unsere Sanitäter und der Notarzt als Ersthelfer für einen Einsatz in einer Gaststätte direkt neben dem Weihnachtmarkt abgezogen, bis der öffentlich rechtliche Rettungsdienst eintraf. Dort hatte ein Patient eine Anaphylaxie, welche im Extremfall schnell zur vitalen Bedrohung für den Patienten werden kann.

Insgesamt wurden über 400 ehrenamtliche Stunden für diesen Sanitätsdienst geleistet, unter anderem 40 Stunden für die Planung. Diese hohe Anzahl an Stunden hätte die Bereitschaft Sonthofen nicht alleine erbringen können und deswegen ein herzliches Dankeschön an die Bereitschaften, welche uns tatkräftig unterstützt haben:


Bereitschaft Immenstadt
Bereitschaft Kempten
Bereitschaft Leutkirch
Bereitschaft Lindau
Bereitschaft Oberstaufen

 

Besuchen Sie uns auf Facebook